CDU Stadtverband Uslar
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Vorbild Gertrud Birnbaum

Aus der CDU im Ortsrat Uslar kommt der Antrag, die nächste neue Straße in Uslar nach Gertrud Birnbaum, einer Verfolgten des Nazi-Regimes, zu benennen.

Gertrud BirnbaumGertrud Birnbaum

Zur Begründung heißt es: "Der Rat hat die Ortsräte gebeten, Frauen stärker bei Straßenbenennungen zu berücksichtigen. Bei der Benennung nach Gertrud Birnbaum kommt der historische Bezug zum jüdischen Leben in Uslar und zum Holocaust  hinzu. Gertrud Birnbaum (1897 - 1956) leitete nach ihrem Pharmaziestudium in Berlin ab 1928 die Uslarer Ratsapotheke von Heinrich Welter.

Obwohl sie als junge Erwachsene zum Christentum konvertiert war, wurde sie gemäß dem rassistischen Weltbild des Nationalsozialismus zur Zielscheibe vom Verfolgung. Der “Northeimer Heimatbeobachter” brachte ab November 1938 Hetzartikel mit Karikaturen, die sie mit Hakennase und Giftflasche zeigten. 

Mit Unterstützung von Heinrich Welter konnte sie aus Uslar fliehen und sich für mehrere Jahre bei einer Pastorenfamilie in Greifswald verstecken. 

Trotz der traumatischen Erfahrungen in der Nazi-Diktatur kehrte sie im Dezember 1945 nach Uslar zurück, um zunächst wieder in der Ratsapotheke Uslar und dann in einer Apotheke in Adelebsen zu arbeiten. Später eröffnete sie zusammen mit einem Bekannten in Hannover eine Apotheke.

1949 nahm sie einen Jungen aus einem Waisenhaus in Erfurt auf. Sie starb am 4. April 1956 in Uslar und fand auf dem Friedhof der Baptistengemeinde ihre letzte Ruhestätte. 

Das Leben von Gertrud Birnbaum zeichnet in mehrfacher Hinsicht das Bild einer Frau, die in Uslar nicht vergessen werden sollte. (Quelle der biographischen Daten ist Detlev Herbst/Berndt Schaller "Spuren jüdischer Geschichte zwischen Solling und Weser").

Hinweis: Der Vorschlag zur Namensnennung gilt nicht für das Kanzler-Viertel, wo die Reihe der Bundeskanzler fortgesetzt werden sollte, sowie den Kreisel Auschnippe/Wiesenstraße, für den ein Antrag zur Benennung nach Schlochau/Człuchow vorliegt."